Der Frankfurt-Marathon vom Sonntag beschäftigt die Laufszene auch am Montag, 26. Oktober 2026. Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Szene auf den letzten Kilometern: Der deutsche Spitzenläufer Amanal Petros traf auf der Strecke auf einen Fahrradkurier, musste abbremsen und reagierte mit einer körperlichen Berührung. Inzwischen hat sich der 31-Jährige selbst zu dem Zwischenfall geäußert.


PETROS SCHILDERT DEN MOMENT AUF DEN LETZTEN KILOMETERN


Nach seiner Darstellung tauchte bei ungefähr Kilometer 37 oder 38 plötzlich ein Mann mit einem Elektrofahrrad vor ihm auf. In dieser Phase des Marathons war Petros bereits lange im Bereich der Spitze unterwegs und versuchte, seine Position gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten. Er musste abrupt reagieren und berichtete, dass seine Wade beim Abbremsen kurzzeitig blockiert habe. Anschließend brauchte er einen Moment, um seinen zuvor gefundenen Laufrhythmus wieder aufzunehmen.


Aufnahmen des Zwischenfalls verbreiteten sich anschließend im Internet. Petros erklärte in einem Kommentar zu einem entsprechenden Video, die Aktion sei spontan gewesen. Er habe niemanden verletzen oder persönlich angreifen wollen. Zugleich räumte er ein, dass das Schubsen möglicherweise nicht die beste Reaktion gewesen sei. Seine Stellungnahme wurde am Montag in mehreren Medien aufgegriffen.


20 SEKUNDEN FEHLEN ZUM SIEG


Sportlich war Petros trotzdem einer der prägenden Athleten des 43. Mainova Frankfurt Marathon. Er erreichte nach 2:05:46 Stunden als Zweiter die Festhalle. Sieger Jirata Dinki aus Äthiopien war mit 2:05:26 Stunden exakt 20 Sekunden schneller. Rang drei ging an Benard Biwott aus Kenia in 2:06:23 Stunden. Richard Ringer wurde Fünfter in 2:07:07, Samuel Fitwi erreichte den siebten Platz in 2:08:57.


Die entscheidende Frage, ob die Behinderung Petros den Sieg kostete, lässt sich anhand des Videos und der Endzeiten nicht verlässlich beantworten. Beide Läufer hatten bereits viele Kilometer unter hoher Belastung absolviert. Die Rennentscheidung fiel in einer Phase, in der auch kleine Tempounterschiede und die verbliebenen Kraftreserven eine erhebliche Rolle spielen.


STARKES DEUTSCHES ERGEBNIS TROTZ SCHWIERIGER BEDINGUNGEN


Dass Petros am Ende auf dem Podium stand, ist aus deutscher Sicht bemerkenswert. Der Veranstalter bezeichnete ihn als ersten deutschen Läufer dieses Jahrtausends, der beim Männerrennen in Frankfurt einen Podestplatz erzielte. Regen und Wind hatten das Rennen zusätzlich erschwert. Bei den Frauen sorgte Blanka Dörfel als Zweite in 2:20:46 Stunden für einen weiteren deutschen Höhepunkt.


Der Zwischenfall unterstreicht außerdem, wie wichtig eine konsequent gesicherte Rennstrecke ist. Gerade im Schlussteil eines Stadtmarathons benötigen Eliteathleten eine freie Passage, damit sie ihr Rennen ohne unerwartete Hindernisse zu Ende laufen können. Über mögliche weitere Konsequenzen ist bislang nichts Belastbares bekannt.