Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2030 werden in Helsinki ausgetragen. Das Council des europäischen Leichtathletikverbandes European Athletics entschied am Donnerstag, 22. Oktober 2026, bei seiner Sitzung in Lausanne über die Vergabe. Die finnische Hauptstadt setzte sich gegen den verbliebenen Mitbewerber Brüssel durch. Damit kehrt eines der wichtigsten Turniere des europäischen Lauf- und Stadionsports erneut nach Finnland zurück.


HELSINKI HAT EINE LANGE EM-TRADITION


Die Entscheidung ist auch historisch bemerkenswert. Helsinki veranstaltete die Europameisterschaften bereits 1971, 1994 und 2012. Im Jahr 2030 wird die Stadt damit zum vierten Mal Gastgeber sein. Nach Angaben des polnischen Leichtathletikverbands ist dies eine besondere Stellung in der Geschichte des Wettbewerbs: Keine andere Stadt konnte die Europameisterschaften bislang so häufig austragen.


Bei der Bewerbung spielte das renovierte Olympiastadion eine zentrale Rolle. Die traditionsreiche Anlage war 1952 Schauplatz der Olympischen Spiele und später mehrfach Austragungsort großer internationaler Leichtathletikveranstaltungen. Für die EM soll sie erneut die zentrale Bühne sein. Auch die kurzen Wege und die Erfahrung der finnischen Organisatoren mit großen Sportveranstaltungen gehören zu den Stärken des Standorts.


ENTSCHEIDUNG GEGEN BRÜSSEL


Brüssel hatte sich ebenfalls um die Europameisterschaften beworben. Die belgische Hauptstadt verwies bei ihrer Bewerbung unter anderem auf die sportliche Tradition des König-Baudouin-Stadions und geplante Verbesserungen der Infrastruktur. Nach der abschließenden Präsentation beider Bewerber stimmte das European-Athletics-Council jedoch für Helsinki. Zürich war zuvor aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden.


Für Finnland ist der Zuschlag sportpolitisch und wirtschaftlich bedeutsam. Große Meisterschaften ziehen Delegationen, Betreuer, Medien und Sportfans aus zahlreichen Ländern an. Sie bieten zudem die Chance, internationale Aufmerksamkeit auf den heimischen Leistungssport zu lenken und die Begeisterung für die Leichtathletik im eigenen Land zu fördern. Welche konkreten Zuschauerzahlen und wirtschaftlichen Effekte sich ergeben, kann erst mit fortgeschrittener Planung seriös eingeschätzt werden.


WAS DAS FÜR EUROPAS LÄUFER BEDEUTET


Auch aus Laufsport-Sicht besitzt die Entscheidung Gewicht. Bei Europameisterschaften werden Titel nicht nur in Sprint-, Mittel- und Langstreckenrennen auf der Bahn vergeben. Traditionell gehören auch weitere Laufdisziplinen zum Meisterschaftsprogramm. Welche Wettbewerbe und Qualifikationsnormen für 2030 im Einzelnen gelten, wird der Verband zu einem späteren Zeitpunkt festlegen.


Die nächste Leichtathletik-EM vor Helsinki ist für 2028 im polnischen Chorzów vorgesehen. Bis 2030 bleibt den nationalen Verbänden und Athletinnen und Athleten ausreichend Zeit, ihre langfristige Planung auf die nächste Ausgabe auszurichten. Ein genauer Veranstaltungstermin für die EM 2030 wurde in der heutigen Vergabemeldung noch nicht genannt.


QUELLEN

Deutscher Leichtathletik-Verband, Flash-News vom 22. Oktober 2026; Polnischer Leichtathletikverband, Mitteilung „Helsinki 2030“ vom 22. Oktober 2026.