Beim 43. Mainova Frankfurt Marathon am Sonntag, 25. Oktober 2026, haben Jirata Dinki und Zeineba Yimer aus Äthiopien die Siege über 42,195 Kilometer gefeiert. Die größten Schlagzeilen aus deutscher Sicht lieferten jedoch zwei zweite Plätze: Amanal Petros verpasste den Männer-Sieg um nur 20 Sekunden, Blanka Dörfel gelang bei ihrem ersten Marathon ein außergewöhnlicher Einstieg in die internationale Spitze. Regen, Wind und nasse Straßen machten den Läuferinnen und Läufern in Frankfurt das Leben schwer. Dennoch gab es starke Zeiten, ein spannendes Männerfinale und einen Melderekord.
JIRATA DINKI GEWINNT NACH PACKENDEM DUELL
Im Männerrennen entschied der Äthiopier Jirata Lelisa Dinki die Schlussphase für sich. Er erreichte die Frankfurter Festhalle nach 2:05:26 Stunden und stellte damit eine persönliche Bestzeit auf. Nur 20 Sekunden später folgte Amanal Petros (Hannover 96) in 2:05:46 Stunden. Rang drei belegte der Kenianer Benard Biwott, der den Frankfurt-Marathon bereits 2024 gewonnen hatte, in 2:06:23 Stunden.
Lange Zeit sah es nach einem möglichen deutschen Sieg aus. Die Spitzengruppe, zu der zunächst auch Richard Ringer und Samuel Fitwi gehörten, absolvierte die ersten 30 Kilometer mit hohem, vergleichsweise gleichmäßigem Tempo. An einer Verpflegungsstation verschärfte Petros das Tempo und konnte sich mit Biwott zunächst vom Rest lösen. Dinki arbeitete sich jedoch zurück an die beiden Führenden. Um Kilometer 38 setzte Petros erneut eine Attacke und brachte Biwott in Schwierigkeiten. Dinki blieb in Reichweite, übernahm um Kilometer 40 die Führung und rettete seinen Vorsprung bis ins Ziel.
Für Petros blieb trotz des knapp verpassten Sieges ein bemerkenswertes Ergebnis. Der Marathon-Europameister wurde als erster deutscher Läufer in diesem Jahrtausend beim Frankfurter Männerrennen auf dem Podium geführt. Seine Zeit von 2:05:46 Stunden zählt außerdem zu den stärksten deutschen Marathonleistungen überhaupt. Dass Petros bei diesen Bedingungen bis in die letzten Kilometer um Platz eins kämpfte, zeigt, wie konkurrenzfähig er auch gegen internationale Spitzenläufer ist.
BLANKA DÖRFEL ÜBERRASCHT MIT HISTORISCHEM DEBÜT
Im Frauenrennen gewann Zeineba Yimer aus Äthiopien in 2:19:45 Stunden. Dahinter sorgte Blanka Dörfel (Berlin Athletics) für eine der herausragenden Geschichten des Lauftages. Die 24-Jährige bestritt in Frankfurt ihren ersten Marathon und erreichte sofort Platz zwei – in 2:20:46 Stunden. Damit war sie bei ihrem Debüt schneller als jede andere deutsche Marathonläuferin zuvor.
In der ewigen deutschen Bestenliste liegt Dörfel nun auf Rang zwei. Nur Irina Mikitenko war mit ihrem deutschen Rekord von 2:19:19 Stunden aus dem Jahr 2008 schneller. Zum Rekord fehlten Dörfel damit lediglich 1:27 Minuten. Nach Angaben des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist ihre Frankfurter Zeit zudem die achtschnellste jemals von einer Europäerin gelaufene Marathonzeit.
Besonders bemerkenswert war ihre Renneinteilung. Die Halbmarathonmarke passierte Dörfel nach 1:10:29 Stunden; die zweite Hälfte lief sie noch zwölf Sekunden schneller. Dabei absolvierte sie den Marathon ohne eigene Uhr am Handgelenk. Erst auf den letzten Kilometern musste sie dem hohen Tempo und den anspruchsvollen Bedingungen deutlich Tribut zollen. Dennoch blieb sie souverän auf dem Weg zur außergewöhnlichen Debützeit. Den dritten Platz sicherte sich Beriha Gebreslasie aus Äthiopien in 2:22:46 Stunden.
RINGER UND FITWI KOMPLETTIEREN STARKES DEUTSCHES TEAM
Auch hinter Petros gab es erfreuliche Ergebnisse für den deutschen Marathonlauf. Richard Ringer (LC Rehlingen) wurde in 2:07:07 Stunden Fünfter, Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) folgte in 2:08:57 Stunden auf Rang sieben. Zwischen den beiden Deutschen platzierte sich der Israeli Haimro Alame mit 2:06:58 Stunden auf Rang vier. Damit landeten gleich drei deutsche Männer unter den ersten sieben der Gesamtwertung.
Die Platzierungen von Petros, Ringer und Fitwi unterstreichen die aktuelle Stärke des deutschen Marathonlaufs. Im internationalen Straßenlauf zählen konstant schnelle Leistungen über die volle Distanz ebenso wie die Fähigkeit, unter schwierigen äußeren Bedingungen taktisch richtig zu reagieren. Genau beides war in Frankfurt gefragt.
REGEN, WIND UND EIN ZIEL MIT BESONDERER ATMOSPHÄRE
Das Wetter war bei der 43. Ausgabe ein entscheidender Begleitumstand. Bereits beim Start regnete es, im weiteren Verlauf kamen Wind und große Wasserflächen auf der Strecke hinzu. Gerade bei Marathonläufen können Nässe und böige Abschnitte die Renngestaltung beeinflussen: Die Läufer benötigen Konzentration beim Auftreten und müssen ihren Energieeinsatz immer wieder anpassen. Dass die Sieger dennoch unter 2:06 beziehungsweise unter 2:20 Stunden blieben, macht die sportliche Qualität dieser Ausgabe deutlich.
Typisch für Frankfurt ist der Zieleinlauf in die Festhalle. Nach dem langen Kurs durch die Stadt erwartet die Finisher dort eine besondere Atmosphäre auf den letzten Metern. Für die Elite war die Halle diesmal Schauplatz zweier äthiopischer Siege – und zugleich der Ort, an dem Petros und Dörfel ihre starken zweiten Plätze feiern konnten.
MELDEREKORD BEIM 43. FRANKFURT-MARATHON
Neben den Leistungen an der Spitze gab es auch aus organisatorischer Sicht eine bemerkenswerte Zahl. Für den Marathon waren nach Angaben des Veranstalters 19.720 Läuferinnen und Läufer aus 128 Nationen gemeldet – ein Rekordwert für die Veranstaltung. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Zahl der Anmeldungen, nicht um eine bereits festgestellte Zahl von Zieleinläufen.
FAZIT: EIN STARKER FRANKFURTER MARATHONTAG
Der Frankfurt-Marathon 2026 wird sportlich vor allem wegen zweier Geschichten in Erinnerung bleiben: Jirata Dinki setzte sich in einem engen Männerduell gegen Amanal Petros durch, während Zeineba Yimer das Frauenrennen gewann und Blanka Dörfel mit einem sensationellen Debüt für ein deutsches Highlight sorgte. Dazu kamen starke Auftritte von Richard Ringer und Samuel Fitwi sowie ein neuer Melderekord. Trotz schwierigen Wetters war Frankfurt damit ein überzeugender Höhepunkt der Herbst-Marathonsaison 2026.
Quellen: Mainova Frankfurt Marathon, offizielle Pressemitteilung und Ergebnisübersicht vom 25. Oktober 2026; Deutscher Leichtathletik-Verband, Wettkampfbericht vom 25. Oktober 2026.

KI-generiertes Bild

